Eine HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zeigt – bei korrekter Einnahme – eine hohe Wirksamkeit, wie Infektiolog:innen aus dem Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) in einer umfangreichen, prospektiven Kohortenstudie herausgefunden haben. Bei den rund 590 Proband:innen traten während der aktiven PrEP-Anwendung keine HIV-Fälle auf, auch die Nierenfunktion blieb während der Nachbeobachtungszeit stabil. Gleichzeitig waren aber die Raten anderer sexuell übertragbarer Infektionen hoch. Ihre Ergebnisse haben die Wissenschaftler:innen im Fachmagazin Infection veröffentlicht. „Unsere Daten liefern eine bisher für Deutschland einzigartige Grundlage, um HIV-Präventionsangebote in Hamburg und bundesweit zielgruppenspezifischer, flexibler und inklusiver weiterzuentwickeln“, sagt Erstautor Maher Almahfoud aus dem Institut für Infektionsforschung und Impfstoffentwicklung des UKE. Die Forschenden empfehlen aber verbesserte Angebote für bislang unterrepräsentierte Gruppen – etwa Frauen und Menschen mit geringen Deutschkenntnissen. Die PrEP ist eine Möglichkeit, das Risiko einer HIV-Infektion von vorneherein zu vermindern, indem man regelmäßig oder anlassbezogen Pillen einnimmt.

Literatur: Almahfoud, Maher et al. Five-Year German PrEP cohort reveals high HIV protection and persistent STI burden: implications for individualized and flexible prevention strategies. Infection. 2025.
DOI: https://doi.org/10.1007/s15010-025-02667-w

Foto: Pexels/ Gustavo Fring