Wissenschaftler aus Hong Kong untersuchten den Zusammenhang zwischen Kaffeetrinken und dem Brustkrebsrisiko. Dabei zeigte sich, dass es eine Rolle spielen könnte, welche Art von Kaffee konsumiert wird: denn Instant-Kaffee-Konsum schien das Brustkrebsrisiko zu erhöhen, während Filterkaffee-Konsum risikomindernd wirkte.


Kaffee galt lange Zeit als Flüssigkeitsräuber. Heutzutage zeigen allerdings viele Studien, dass Kaffeetrinken mit zahlreichen gesundheitlichen Vorteilen verbunden ist und Kaffeetrinker vermutlich gesünder leben als Personen, die nie zur Kaffeetasse greifen. Allerdings muss auch beim Kaffee-Konsum genau hingeschaut werden: denn Kaffee ist nicht gleich Kaffee und es macht einen Unterschied, ob beispielsweise frisch aufgebrühter Kaffee, Instant-Kaffee (= löslicher Kaffee; besteht aus getrocknetem Kaffeeextrakt) oder Mokka (= türkischer Kaffee) getrunken wird.

Wissenschaftler aus Hong Kong in China gingen nun in ihrer Studie der Frage nach, ob sich Kaffeekonsum auf das Risiko dafür, an Brustkrebs zu erkranken, auswirkt.

Kaffeekonsum und Brustkrebsrisiko wurden wissenschaftlich untersucht

Die Wissenschaftler schlossen 1156 Brustkrebspatientinnen in ihre Studie ein ebenso wie 1013 Frauen, die nicht an Brustkrebs erkrankt waren und die als Kontrollen dienten. Die Frauen waren zwischen 24 und 84 Jahre alt. Mithilfe von einem Fragebogen erkundeten die Wissenschaftler, wie häufig die Frauen Kaffee tranken, wie lange sie bereits zu den Kaffeetrinkern zählten und welche Art von Kaffee sie üblicherweise verzehrten.

Erste Hinweise auf erhöhtes Risiko für Brustkrebs bei Verzehr von Instant-Kaffee

179 Brustkrebspatientinnen (17,7 %) und 238 Frauen (20,6 %) aus der Kontrollgruppe zählten zu den regelmäßigen Kaffeetrinkern. Bei der Auswertung der Analyseergebnisse sahen die Wissenschaftler keinen Zusammenhang zwischen dem Kaffeekonsum allgemein und dem Brustkrebsrisiko. Allerdings zeigte sich, dass der Verzehr von Instant-Kaffee mit einem höheren Brustkrebsrisiko im Zusammenhang stand. Das Trinken von Filterkaffee stand hingegen mit einem reduzierten Brustkrebsrisiko im Zusammenhang.

Diese Studienergebnisse liefern erste Hinweise darauf, dass es relevant sein könnte, welche Art von Kaffee getrunken wird, wenn es um den Zusammenhang mit dem Brustkrebsrisiko geht. Während Instant-Kaffee schlecht abschnitt, zeigten sich Vorteile bei den Filterkaffee-Trinkern. Es werden nun größere Studien mit anderem Studiendesign gebraucht, um diesen ersten Hinweisen weiter nachzugehen und um Empfehlungen ableiten zu können.


Referenz:

Lee PMY, Chan WC, Kwok CC et al. Associations between Coffee Products and Breast Cancer Risk: a Case-Control study in Hong Kong Chinese Women. Sci Rep. 2019 Sep 3;9(1):12684. doi: 10.1038/s41598-019-49205-x