Hepatitis-C-Infektion erhöht Risiko für Schwangerschaftsdiabetes
Eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) ist signifikant mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftsdiabetes verbunden, so das Ergebnis einer aktuellen Metaanalyse. Besonders betroffen sind europäische Bevölkerungen und HIV-positive Frauen. Die Ergebnisse basieren auf Daten von über 45 Millionen Schwangerschaften.
Ob eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes erhöht, ist bislang umstritten. Das Ziel einer chinesischen Studie war es, den Einfluss von HCV auf das Schwangerschaftsdiabetes-Risiko systematisch zu ermitteln.
Erhöht eine Hepatitis-C-Infektion das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes?
Die Autoren führten eine systematische Recherche in 7 medizin-wissenschaftlichen Datenbanken (PubMed, Embase, Web of Science, Ovid, ScienceDirect, China National Knowledge Infrastructure und SinoMed) bis Oktober 2024 durch. Eingeschlossen wurden Studien, die den Zusammenhang zwischen HCV-Infektion und dem Risiko für Schwangerschaftsdiabetes untersuchten. Die Qualität der Studien wurde mithilfe der Newcastle-Ottawa-Skala bewertet.
Metaanalyse von 18 Studien mit 45 567 678 Schwangerschaften
Insgesamt wurden 18 Studien mit 45 567 678 Schwangerschaften in die Analyse einbezogen. Die Ergebnisse zeigen, dass eine HCV-Infektion signifikant mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftsdiabetes verbunden ist (Odds Ratio, OR: 1,21; 95 % Konfidenzintervall, KI: 1,04 – 1,40), wobei eine erhebliche Heterogenität vorlag (I² = 87,6 %). Subgruppenanalysen ergaben signifikante Zusammenhänge in europäischen Bevölkerungen (OR: 1,66; 95 % KI: 1,13 – 2,43; I² = 40,4 %), in prospektiven Kohortenstudien (OR: 1,72; 95 % KI: 1,33 – 2,22; I² = 0,0 %), bei HIV-positiven Frauen (OR: 2,04; 95 % KI: 1,04 – 3,99; I² = 46,2 %) sowie in der allgemeinen Bevölkerung (OR: 1,16; 95 % KI: 1,00 – 1,34; I² = 88,7 %). Für nordamerikanische Bevölkerungen und retrospektive Studien wurde ein positiver, aber statistisch nicht signifikanter Zusammenhang festgestellt (p > 0,05), bei ebenfalls hoher Heterogenität. Die Robustheit der Ergebnisse wurde durch eine Sensitivitätsanalyse bestätigt. Zudem wurde kein offensichtlicher Publikationsbias festgestellt, wie der Begg-Test zeigte.
Hepatitis-C-Infektion ein Risikofaktor für Schwangerschaftsdiabetes
Die Ergebnisse dieser Metaanalyse zeigen, dass eine Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftsdiabetes verbunden ist. Um belastbare und umfassende Schlussfolgerungen ziehen zu können, sind weitere Studien mit vielfältigen und repräsentativen Bevölkerungsgruppen sowie strengeren prospektiven Studiendesigns erforderlich, so das Fazit der Studienautoren.
© Alle Rechte: DeutschesGesundheitsPortal / HealthCom
Autor: Liu Q, Liu F, Xia Y, Wei S. Association of hepatitis C virus infection with risk of gestational diabetes mellitus: A systematic review and meta-analysis. J Obstet Gynaecol Res. 2025 Aug;51(8):e70015. doi: 10.1111/jog.70015. PMID: 40739454.
Foto: Pexels / freestocks.org

