Erhöht Migräne das Schlaganfallrisiko in der Postmenopause?
Frauen nach der Menopause hatten ein erhöhtes Risiko für einen ischämischen Schlaganfall, wenn sie in ihrer Vorgeschichte unter Migräne litten. Dieser Zusammenhang wurde bei der Analyse der Daten von mehr als 130 000 postmenopausalen Frauen deutlich.
Migräne gilt bei Frauen im reproduktiven Alter als Risikofaktor für Schlaganfall. Ein internationales Forscherteam aus den USA, Deutschland, Österreich und Saudi-Arabien untersuchte, ob dieser Zusammenhang auch bei Frauen in der Postmenopause besteht.
Migräne und Schlaganfallrisiko: Zusammenhang auch nach der Menopause?
Die Wissenschaftler analysierten die Daten von 130 277 postmenopausalen Frauen, die an der Women’s Health Initiative teilnahmen. Frauen, die bereits einen Schlaganfall erlitten hatten, wurden aus der Analyse ausgeschlossen. Das mediane Alter der Teilnehmerinnen betrug 63 Jahre. Die Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen Migräne in der Vorgeschichte und dem Risiko für Schlaganfall allgemein, für ischämischen Schlaganfall und für hämorrhagischen Schlaganfall. Dabei berücksichtigten sie neben Alter und klassischen kardiovaskulären Risikofaktoren auch verschiedene frauenspezifische Faktoren, darunter das Alter bei Menarche und Menopause sowie die Zahl der Geburten.
Beobachtende Kohortenstudie mit 130 277 postmenopausalen Frauen
Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 19,9 Jahren (Interquartilbereich: 9,1 – 25) erlitten 5 743 Frauen einen Schlaganfall. Multivariable Analysen zeigten keinen Zusammenhang zwischen Migräne in der Vorgeschichte und dem Schlaganfallrisiko allgemein (Hazard Ratio, HR: 1,07; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,99 – 1,17). Anders war es, wenn ausschließlich ischämische Schlaganfälle betrachtet wurden: Frauen mit Migräne hatten ein erhöhtes Risiko für einen ischämischen Schlaganfall (HR: 1,12; 95 % KI: 1,02 – 1,23). Das galt nicht für hämorrhagische Schlaganfälle (HR: 0,85; 95 % KI: 0,67 – 1,09). Zwischen verschiedenen Altersgruppen konnten keine wesentlichen Unterschiede festgestellt werden.
Migräne als Risikofaktor für ischämischen Schlaganfall in der Postmenopause
Frauen, die sich in der Postmenopause befanden, hatten demnach ein größeres Risiko für einen ischämischen Schlaganfall, wenn sie unter Migräne litten. Die Autoren regten an, dass Migräne in der Vorgeschichte neben weiteren Risikofaktoren bei der Einschätzung des Risikos für einen ischämischen Schlaganfall nach der Menopause als wichtiger Risikomarker berücksichtigt werden sollte.
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Autor: Madsen TE, Raker CA, Pavlovic JM, Harrington LB, Schnatz PF, Stefanick ML, Allison M, Shadyab AH, Liu S, Penzien DB, Haring B, Wild RA, Liu L, Saquib N, Wactawki-Wende J, Ikramuddin F, LaMonte MJ, Manson JE, Silver B. Migraine and Stroke Risk in Postmenopausal Women in the Women’s Health Initiative. Neurology. 2026 Jul 14;107(1):e214825. doi: 10.1212/WNL.0000000000214825. Epub 2026 Jun 5. PMID: 42247650.
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