• 201 Patienten mit chronischer Darmentzündung füllten einen Fragebogen zu ihrer Wahrnehmung der Erkrankung aus
  • Die meisten Patienten litten unter Fatigue, Kraftlosigkeit, Schmerzen und Gewichtsverlust
  • Die meisten Patienten nannten Stress als Hauptursache für ihre Erkrankung
  • Patienten in einem Krankheitsschub waren pessimistischer

Wissenschaftler befragten Patienten mit einer chronischen Darmentzündung zu ihrer Erkrankung. Die meisten Patienten litten unter Fatigue, Kraftlosigkeit, Schmerzen und Gewichtsverlust. Etwa fünf von sechs Patienten nannten Stress als Krankheitsursache.


Bei all den Fortschritten in der Medizin darf der Patient selbst nicht außer Acht gelassen werden. Welche Beschwerden haben die Patienten? Wie fühlen sie sich mit der Erkrankung? Und was glauben sie, sind die Ursachen für ihre Erkrankung? Kurz gesagt: wie nehmen Betroffene ihre Erkrankung wahr? Das untersuchten Wissenschaftler aus Italien bei Patienten, die unter einer chronischen Darmentzündung litten.

Patienten mit chronischer Darmentzündung füllten einen speziellen Fragebogen aus

201 Patienten mit chronisch entzündlicher Darmerkrankung nahmen an der Studie teil. 47 % von ihnen litten an Morbus Crohn und 53 % an Colitis ulcerosa. Je nachdem, ob sich die Patienten in einer Ruhephase oder in einem Krankheitsschub befanden, wurden sie in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt. Alle Patienten füllten einen speziellen Fragebogen aus. Mit diesem wollten die Wissenschaftler herausfinden, wie die Betroffenen zu ihrer Erkrankung stehen und was sie diesbezüglich glaubten. Die Wissenschaftler verglichen Patienten, die sich in einer Ruhephase befanden, mit Patienten in einem Krankheitsschub.

Patienten litten unter verschiedenen Symptomen

Bei der Auswertung der Fragebögen stellte sich heraus, dass das viele Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa unter Erschöpfung (Fatigue, 86,9 %), Kraftlosigkeit (83,3 %), Schmerzen (80 %) und Gewichtsverlust (68,2 %) litten. Patienten, die derzeit mit einem Krankheitsschub zu kämpfen hatten, berichteten häufiger von Fatigue, brennende Augen und Schlafproblemen und nannten generell mehr Symptome.

Patienten glaubten an verschiedene Krankheitsursachen

Die Patienten machten Angaben darüber, was sie glaubten, was die Hauptursachen ihrer Erkrankung waren. Am häufigsten wurde Stress (84,1 %) genannt, gefolgt von einem veränderten Immunsystem (69,32 %), Familienproblemen (49,9 %) und dem emotionalen Zustand (40,9 %). Patienten, die sich in einem Schub befanden, nannten häufiger Arbeitsüberlastung als Krankheitsursache als Patienten in einer Ruhephase. Nur 20 % der Patienten glaubten, dass Rauchen, Erkrankungen in der Familie und frühere unzureichende Therapien einen relevanten Risikofaktor für die Krankheit darstellen.

Patienten, die sich in einem Schub befanden, waren pessimistischer

Auffällig war, dass Patienten, die sich in einem Krankheitsschub befanden, im Vergleich zu Patienten in einer Ruhephase pessimistischer in die Zukunft blickten und mehr negative Emotionen hatten. Patienten in einer Ruhephase hatten hingegen ein besseres Verständnis ihrer Erkrankung.

Die meisten befragten Patienten litten somit unter Fatigue, Kraftlosigkeit, Schmerzen und Gewichtsverlust und glaubten, dass ihre Erkrankung hauptsächlich durch Stress ausgelöst wurde. Patienten, die sich in einem Krankheitsschub befanden, waren pessimistischer.

Referenz:

Vegni E, Gilardi D, Bonovas S, Corrò BE, Menichetti J, Leone D, Mariangela A, Furfaro F, Danese S, Fiorino G. Illness Perception in Inflammatory Bowel Disease Patients is Different Between Patients With Active Disease or in Remission: A Prospective Cohort Study. J Crohns Colitis. 2019 Mar 30;13(4):417-423. doi: 10.1093/ecco-jcc/jjy183.

Foto: © maranso