Endometriose: Kein erhöhtes Sterberisiko
Ein systematischer Review mit Metaanalyse fand, dass Endometriose nicht das allgemeine Sterberisiko zu erhöhen scheint, auch nicht aufgrund spezifischer Erkrankungen. Jedoch ist weitere Forschung und eine bessere Versorgung der Patientinnen, speziell mit Blick auf die langfristigen Behandlungsergebnisse für Lebensqualität, psychische und reproduktive Gesundheit, notwendig, betonen die Wissenschaftler.
Endometriose ist eine chronische, Östrogen-abhängige Erkrankung, die weltweit etwa 10 % der Frauen betrifft. Häufig sind Patientinnen durch starke Schmerzen, aber auch durch Kinderwunschprobleme in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt. Frühere Studien zeigten auch Zusammenhänge mit verschiedenen anderen Erkrankungen, eventuell assoziiert mit den entzündlichen Prozessen bei der Endometriose. Bislang wurde die Endometriose jedoch als ‚gutartig‘ und nicht lebenszeitverkürzend eingestuft. Wissenschaftler untersuchten nun, ob dies durch neuere Daten bestätigt wird.
Wie ‚gutartig‘ ist Endometriose? Ermittlung der Mortalität
In einem systematischen Review mit Metaanalyse ermittelten die Autoren Studien zur Sterblichkeit von Frauen mit Endometriose aus den medizin-wissenschaftlichen Datenbanken PubMed, EMBASE, Web of Science, Scopus und OpenGrey. Die Analyse ermittelte die Sterblichkeit aus allen Gründen, sowie aufgrund spezifischer Erkrankungen.
Systematischer Review mit Metaanalyse
Frauen mit Endometriose hatten demnach kein signifikant höheres Risiko als Frauen aus der Allgemeinbevölkerung, aufgrund gynäkologischer Krebserkrankungen zu versterben (Hazard Ratio, HR: 1,56; 95 % Konfidenzintervall, KI: 0,72 – 3,39). Ebenso war der Sterberisiko nicht höher aufgrund nicht-kanzeröser Erkrankungen von Herz und Gehirn (HR: 0,80; 95 % KI: 0,53 – 1,23) oder der Atemwege (HR: 0,89; 95 % KI: 0,20 – 4,02). Auch waren Frauen mit Endometriose nicht signifikant häufiger von Todesfällen aufgrund von Unfällen oder Suizid betroffen (HR: 1,33; 95 % KI: 0,99 – 1,79). Die Sterblichkeit aus allen Gründen war statistisch und nominell identisch zu der der Frauen der Allgemeinbevölkerung (HR: 1,00; 95 % KI: 0,82 – 1,21).
Kein höheres Sterberisiko bei Endometriose
Die Autoren schließen, dass Endometriose demnach nicht das Risiko für die allgemeine Sterblichkeit zu erhöhen scheint, auch nicht aufgrund spezifischer Erkrankungen. Jedoch ist weitere Forschung und eine bessere Versorgung der Patientinnen, speziell mit Blick auf die langfristigen Behandlungsergebnisse für Lebensqualität, psychische und reproduktive Gesundheit, notwendig, betonen die Wissenschaftler.
© Alle Rechte: DeutschesGesundheitsPortal / HealthCom
Autor: Lian C, Fan Y, Luo J, Mu Y, Li J. Mortality risk associated with endometriosis: a systematic review and meta-analysis. Eur J Obstet Gynecol Reprod Biol. 2026 Jul;323:115181. doi: 10.1016/j.ejogrb.2026.115181. Epub 2026 May 8. PMID: 42127730.
Foto: Pexels/ Andrea Piacquadio
